Im Rahmen der Wahl des Bürgermeisters für Stadtbergen am 25.09.2011 besuchten der Kandidat der LINKEN Otto Hutter und Bezirksrätin Ingeborg Vollmar (DIE LINKE) am Vormittag des 02.09.2011 die Dr. Georg Frank Altenhilfe-Stiftung in Stadtbergen, um im persönlichen Gespräch mit dem Stiftungsvorstand Frau Gabriele Kinateder-Raßhofer und der Heimleiterin Frau Irmgard Stockinger herauszufinden, wo der Schuh in der Altenhilfe drückt.
Es sind die immer mehr ausufernde Bürokratie, und die permanenten Forderungen nach noch mehr Leistung von den ohnehin schon stark belasteten Mitarbeitern. Die vielen Kontrollen hinterlassen bei der Belegschaft den Eindruck eines Generalverdachts der Politik und Gesellschaft, alle Pflegeheime würden schlecht arbeiten. Bei solch einem Image wird es immer schwerer, neue Mitarbeiter und Altenpflegeschüler zu gewinnen. Der Pflegenotstand ist längst da und wird sich noch weiter verschärfen.
Die Regierung bietet keine Konzepte, die Arbeitsbedingungen der Belegschaft zu verbessern und verweigert der Wertigkeit dieses Berufsstandes die Anerkennung. Es gibt Lippenbekenntnisse, mehr nicht. Jeder einzelne Vorfall aufgebauscht und verallgemeinert und auf die gesamte Branche übertragen.
Pflegekräfte möchten doch nur gute und menschliche Arbeit leisten. Die Kürzung des Zuschlags in der Altenpflegeausbildung hat zur Folge, dass die hochmotivierten Schüler jetzt auch noch bis zu 100 Euro Schulgeld von ihrer Ausbildungsvergütung berappen müssen. Gleichzeitig finanzieren Heimbewohner mit dem Ausbildungszuschlag die Ausbildungskosten. Da die Renten seit Jahren nicht mehr steigen, wird bei der Heimplatzauswahl in erster Linie auf die Kosten gesehen. Und so kommen Betreiber, die nicht ausbilden, besser weg als solche, die sich um Nachwuchs kümmern. Hier muss ein Kurswechsel auf Landesebene stattfinden. Der Bezirk Schwaben ergreift die Initiative und lädt im Herbst die Träger aller Altenpflegeschulen zu einem Gespräch ein.
Die bisher genannten Bereiche können nicht von der Kommune gelöst werden. Gleichwohl gibt es Felder, die auf kommunaler Ebene zu gestalten sind. Konkret haben Frau Stockinger und Frau Kinateder-Raßhofer den Wunsch nach einer Bedarfshaltestelle für den städtischen Bus geäußert, um die Mobilität von gehbehinderten Bewohnern und Besuchern zu stärken. Von der Stadt Stadtbergen wurde diese Bitte, oder ersatzweise wenigstens die um Einrichtung eines Sammeltaxis schriftlich abgelehnt. Hier wird sich Otto Hutter für die Senioren in Stadtbergen einsetzten.