Eltern, deren Kinder nach dem 10. Schuljahr eine weiterführende Schule besuchen, wurden zum Ende des vergangenen Schuljahres mit der Mitteilung überrascht, dass zukünftig die Eigenbeteiligung für die Fahrt zur Schule um fast 7 % von 370 auf 395 € steigt. Das entspricht einer monatlichen Belastung von fast 33 € pro Kind. Dazu erklärt das Mitglied des bayerischen Spitzenteams der LINKEN Christa P. Meist aus Oberfranken:
„Angesichts sinkender Reallöhne stellt eine Steigerung der Eigenbeteiligung für die Schülerbeförderung einen Schlag gegen die Chancengleichheit dar.“ Insbesondere auf dem flachen Land, wo Eltern oft noch zusätzlich mit der PKW-Beförderung zum Bahnhof oder zur Bushaltestelle belastet seien, könne die Fahrt zur Schule der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringe.
Für viele Familien werde sich die Frage stellen, ob sie sich angesichts der ohnehin hohen Kosten des Schulbesuchs die Bildung ihrer Kinder noch leisten könnten. Christa P. Meist erinnert sich an ihre eigene Schulzeit: „ Fast die Hälfte meiner Klassenkameradinnen und Klassenkameraden hat seinerzeit allein aus materiellen Gründen die Schule nach der 10. Klasse beendet. Übrig blieben fast nur die Kinder von Selbständigen, Akademikern oder höheren Beamten."
Erst recht heute, wo durchaus zweifelhaft sei, ob Abitur und Studium tatsächlich zu einem qualifizierten und gut bezahlten Arbeitsplatz führen, werde es für viele Eltern fraglich, ob die Familie über einige Jahre ein oder mehrere Kinder werde mit durchziehen können.
„Wer wirklich alle menschlichen Ressourcen ausschöpfen will, darf nicht auch noch die in Bayern enorme schulische Selektion durch finanzielle Belastungen verschärfen“.