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22. August 2008 Pressemeldungen

Beckstein beweist mit Äußerungen zu Prager Frühling geschichtliche Ahnungslosigkeit

Anlässlich des 40 Jahrestags des Prager Frühlings, beweist Beckstein eindrucksvoll, dass seine Geschichtskenntnisse bestenfalls mangelhaft sind. Wenn er der Meinung ist, dass der Prager Frühling „ein Aufbegehren gegen Sozialismus und Kommunismus" war, hat er offensichtlich von Geschichte keine Ahnung.“ so Florian Paul vom geschäftsführenden Landesvorstand der bayerischen LINKEN. Er erklärt:

"Zu gern stellen die konservativ-rechten Parteien Ereignisse wie den Prager Frühling als „Aufstand gegen den Kommunismus und Sozialismus“ dar und glauben damit auch die Partei DIE LINKE diskreditieren oder gar in die Nähe der sowjetischen Niederschlager rücken zu können.

Die Leitfigur des Prager Frühlings war aber Alexander Dubcek, der Sekretär der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei, der durch seinen Einsatz für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz<//span> zum Repräsentanten eines reformkommunistischen Kurses in der Tschechoslowakei wurde.

Die Demonstranten in Prag gingen nicht gegen Sozialismus und Kommunismus auf die Straße oder gar für eine kapitalistische Marktwirtschaft, sondern für einen fortschrittlichen, einen demokratischen Sozialismus.

Wenn Ereignisse wie der Prager Frühling und dessen Niederschlagung eines lehren, dann zu aller erst die unumstößliche Tatsache, dass Sozialismus ohne individuelle Freiheitsrechte, ohne Mitbestimmung der Menschen, ohne Pressefreiheit, aber dafür mit Bevormundung und Unterdrückung durch abgehobene Politbonzen nicht lebensfähig ist und es einen solchen nie wieder geben darf. Es heißt in den Programmatischen Eckpunkten der LINKEN nicht ohne Grund bereits in der Präambel: „Freiheit und soziale Sicherheit, Demokratie und Sozialismus bedingen einander. Gleichheit ohne individuelle Freiheit endet in Entmündigung und Fremdbestimmung. Freiheit ohne Gleichheit ist nur die Freiheit für die Reichen."

Panzer sind immer und überall perverse Argumente, um Systeme gegen den Willen von Menschen aufrecht zu erhalten.

Unmenschlichkeit aber grundsätzlich mit Kommunismus und Sozialismus zu verbinden, ist sachlich falsch und verlogen. Das zeigen schon allein die Tatsachen, dass Beckstein in seinen Äußerungen mit keinem Wort auf die Hintergründe der Prager Ereignisse oder gar Dubcek selbst eingeht, oder etwa die Sozilalismusversuche in Südamerika.

Becksteins Äußerungen sind leider nichts anderes, als geheuchelte Anteilnahme um daraus politischen Gewinn aufgrund der bevorstehenden Landtagswahl und der miesen Umfrageergebnisse zu schlagen. Die CSU ist ganz offensichtlich fünf Wochen vor der Wahl außer Stande, so etwas wie Sachlichkeit an den Tag zu legen.

Bevor man wie Beckstein versucht Ereignisse aus politischem Opportunismus heraus umzudeuten, sollte man besser den Mund halten, schon allein aus Respekt gegenüber den Opfern“, so Paul abschließend.