Zu den Aussagen von CSU-Chef Huber über ihre Vergangenheit als DKP-Mitglied, erklärt die Landessprecherin der bayerischen LINKEN Eva Bulling-Schröter:
CSU-Chef Huber zeigt nach dem BayernLB-Desaster mit seiner Reaktion auf die jüngste Wahlschlappe des konservativen Lagers in Hamburg erneut großes Talent beim kreativen Umgang mit der Wahrheit.
Zu seinem Vorwurf, ich sei früher Mitglied der DKP gewesen, kann ich ihm nur antworten: Ich habe meine Lektion aus dem Scheitern des „realen“ Sozialismus’ in Osteuropa gelernt. Zu dem Zeitpunkt (1990), als ich aus der DKP ausgetreten bin, wurde der damalige politische Gefangene Nelson Mandela im CSU-Organ "Bayernkurier" noch regelmäßig als Terrorist apostrophiert.
Huber und seine Partei hingegen haben von der Spielbank-Affäre (mit der sie Ende der 50er-Jahre auf halblegale Weise ihre Konkurrentin Bayernpartei ausgeschaltet wurde) bis zur Landesbank-Affäre systematisch und nicht ohne Erfolg daran gearbeitet, Bayern zu einer Karikatur demokratischer Verhältnisse zu machen. Ein paar Stichworte: „Old Schwurhand“ Zimmermann, Onkel-Alois-Affäre, FIBAG, Hohlmeiers Bespitzelung eigener Parteimitglieder, Schreiber und so weiter.
Die von der CSU maßgeblich gestalteten sozialen Realitäten holen die Staatspartei inzwischen ein. Das wird sich bereits am kommenden Sonntag bemerkbar machen. Huber weiß das. Darum benimmt er sich so.