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17. Juli 2008

LINKE Tourismuskonferenz in Straubing - Faire Löhne und Preise sind Voraussetzungen für einen nachhaltigen Tourismus

„Reisen für Alle ist nicht durch Niedriglöhne und Dumpingpreise zu erreichen. Auch die im Tourismus Beschäftigten müssen von ihrer Arbeit leben können. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns als ein erster Schritt ist gerade auch für diese Branche dringend nötig.“ – so der tourismus- und behindertenpolitische Sprecher, Dr. Ilja Seifert, in seinem Resümee auf der zweiten Tourismuskonferenz der Bundestagsfraktion DIE LINKE am 14. Juli im niederbayerischen Straubing, bei der die Situation der im Tourismusgewerbe Beschäftigten im Mittelpunkt stand.

Damit wir uns auf Reisen und im Urlaub wohlfühlen, arbeiten allein in Deutschland rund 2,8 Millionen Menschen direkt in der Tourismuswirtschaft. Fast die Hälfte davon im Niedriglohnbereich, als geringfügig Beschäftigte oder als „Selbstständige“ mit Einkommen unter der Armutsgrenze. Tariflöhne, sofern sie überhaupt gezahlt werden, liegen zum Teil weit unter einem erforderlichen Mindestlohnniveau.

Unter dem Motto„Leben und Leben Lassen“ ging es in der Diskussion auch um die spezifischen Probleme des Bayerischen Waldes, um die negativen Folgen des Ausbaus der Donau und die Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarregionen.

Deutlich wurde, dass es vielversprechende Ansätze gibt, die Lage für die Beschäftigten, aber auch für kleine und mittlere Unternehmen zu verbessern.

Wachstumspotentiale für einen nachhaltigen und ökologisch verantwortbaren Tourismus bieten die Förderung des Kinder- und Jugendtourismus, die Entwicklung eines Sozialtourismus und des Urlaubs auf dem Lande.

Ein Ansatz sind auch überbetriebliche Arbeitgeberzusammenschlüssen, die sich Arbeitskräfte auf sozialversicherungspflichtiger Basis teilen. In Frankreich gibt es davon schon über 4000.

Ein weiterer in Straubing diskutierter Ansatz war die Qualitätsentwicklung im barrierefreien und inklusiven Tourismus. Ein erfolgreiches „Best Practice“-Beispiel des Hofgutes Himmelreich aus dem Schwarzwald fand ungeteilten Beifall.