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3. Juli 2008 Pressemeldungen

Die Linke kritisiert Kriegs-Roboter-Vorführung in Unterfranken

Fast eine Woche lang wurde zukünftiges Kriegs-Gerät „praxisnah“ und teilweise unter Ausschluß der Öffentlichkeit in Unterfranken vorgeführt. Ein sogenanntes „Schaulaufen“ gab es Montag bis Donnerstag auf dem Gelände der Infanterieschule in Hammelburg. Die 2. "Military European Land Robot Trial" (Elrob) fand dort statt.

„Wenn Militärs vor unserer Haustür elektronisch steuerbare Kriegs-Roboter praxisnah vorführen lassen, zeigt das“, so Wolfgang Ziller (Spitzenkandidat DIE LINKE Unterfranken), „Mit der CSU bleibt Bayern eine Drehscheibe für Forschung, Produktion, Anwendung und Export von Waffen für neue, noch fürchterlichere Kriege.“

25 „Teams“ durften auf dem Militärgelände in verschiedenen Einsatzszenarien die Leistungsfähigkeit ihrer hoch technisierten Fahrgeräte und Waffen demonstrieren. Parallel dazu zeigten ca. 50 Firmen und Forschungsinstitute in einer Ausstellung ihr kostspieliges Kriegs-Arsenal. Der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Günter Weiler gab zu, Militärs hatten „im Vorfeld den Bedarf formuliert und an die Firmen weitergegeben“. Ministerialdirektor Dirk Ellinger, Abteilungsleiter Rüstung beim Verteidigungsministerium, ergänzte „dass auch die Kosten für solche Systeme bekannt seien und entsprechende Gelder bereitgestellt werden müssten.“ Das ergab sich aus der eigens abgehaltenen Presse-Konferenz nahe am Ort des kostenträchtigen Geschehens.

Wolfgang Ziller, der im nächsten Bayerischen Landtag als Linker auf die Oppositionsbank will, kritisierte die Politik in Bund und Land: „Statt mehr Geld für dringend notwendige Sozialaufgaben und Bildung bereitzustellen wird von Rüstungsfirmen, gefördert aus Steuermitteln, vor Militärs demonstriert wie neue vernichtende Kriege vorbereitet und durchgeführt werden können. Viel wichtiger wären Übungen wie menschenwürdiges Leben weltweit ermöglicht, unterstützt und organisiert werden kann. Im Irak und Afghanistan z.B. sterben und leiden täglich Menschen wegen Kriegen. Nicht wenige verhungern weil Geld für Leben und zivilen Aufbau fehlt. Das ist eine fortgesetzt menschenverachtende und falsche Politik, die besonders von der CSU vorangetrieben wird. Das bringt Menschen Not und Tod und verschluckt Milliarden, die woanders fehlen. Was wir dagegen dringend brauchen ist eine aktive Friedenspolitik die zivilisiertes Leben fördert statt vernichtet.“