DIE LINKE. Bayern
„Die nächsten Todesopfer durch Alkohol im Straßenverkehr können sich dann ja bei Beckstein bedanken!“ so kommentiert Florian Paul, Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand und bayerischer Sprecher der AG Drogenpolitik die jüngsten Versuche Becksteins, vor der Wahl noch um jeden Preis Wähler für sich zu gewinnen.
„Bewegen kann man ein Auto auch noch mit mehreren Promille im Blut problemlos, es stellt sich nur die Frage wie lange und mit welcher Konsequenz für sich selbst und noch viel schlimmer: Mit welchen Konsequenzen für Unbeteiligte? Beckstein sollte schleunigst dazu aufrufen, ein solch unverantwortliches Verhalten bleiben zu lassen! Es sollte doch bekannt sein, dass auch schon geringste Mengen Alkohol im Blut, Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeit verringern.“
Seitens diverser Brauereien wurde in den letzten Wochen Fragekataloge an KandidatInnen zur Landtagswahl verschickt, angeblich ging es um Alkoholprävention. Die Schreiben lassen allerdings bei genauem lesen erkennen, dass Seitens der Brauereien kein Interesse daran besteht, an ihrer Marketingkonzeption irgendetwas zu ändern. Auch hier vermisst man Verantwortungsbewusstsein.
Als bester Lobbyist erweist sich jetzt aber Ministerpräsident Beckstein, der jenseits sämtlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse und fern aller menschlichen Vernunft, die These in die Welt setzt, man können nach zwei Maß Bier noch Auto fahren.
„Wir werden niemanden vorschreiben, kein Bier oder Wein mehr zu trink, aber wir rufen alle Bayerinnen und Bayern dazu auf, Verantwortung zu zeigen und ihr Auto bereits nach dem ersten Glas Bier stehen zu lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen oder zu Fuß zu gehen. Die Bayerinnen und Bayern sind da bestimmt klüger als ein offensichtlich besoffener Ministerpräsident, nur so sind solche Äußerungen erklärbar, da helfen auch keine nachträglichen Relativierungen auf >>gestandene Mannsbilder<<, denn das wollen ja eh alle sein!"so Paul.
DIE LINKE setzt sich selbstverständlich für das Selbstbestimmungsrecht mündiger, erwachsener Bürger ein, auch für eine Liberalisierung bei den weichen Drogen. DIE LINKE steht für eine Drogenpolitik, die sich am aktuellen wissenschaftlichen Stand und am Wohl der Abhängigen orientiert und die auf Prävention statt Kriminalisierung setzt. Unser Ziel ist ein humanes und fachlich überzeugendes Konzept, welches abhängigen Betroffenen eine grundsätzliche Perspektive für den Ausstieg aus einer Sucht ermöglicht.
„Beckstein aber beschwört bei Kiffern die ganze Härte des Gesetzes und auf der anderen Seite zeigt er Verständnis für Alkohol im Strassenverkehr. Mehr als verantwortungslose Konzeptlosigkeit fällt einem nicht mehr dazu ein. Keine Wählerstimme der Welt ist eine Gefährdung von Menschen wert!“ so Paul abschließend.