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7. September 2017

Harald Weinberg: „Schließungswelle von Geburtsstationen stoppen“

Seit 2009 wurden allein in Bayern 35 Kreißsäle dichtgemacht

„Wieder wurde eine Chance für eine qualitativ hochwertige Versorgung werdender Mütter vertan“, kommentiert der krankenhauspolitische Sprecher im Bundestag, Harald Weinberg (DIE LINKE), die gestrige Entscheidung der Schiedsstelle zwischen Hebammenverbänden und Krankenversicherungen. „Der Beruf der Hebamme, insbesondere der Beleghebamme, wird so immer weiter bedroht. Die flächendeckende Versorgung durch Hebammen ist in Gefahr.“ Denn einerseits sei die Erhöhung der Vergütung lediglich ein Trostpflaster für die Nullrunden der vergangenen Jahre; andererseits werden die Arbeitsbedingungen deutlich verschlechtert. Beispielsweise habe die Schiedsstelle die Wochenbettbetreuung erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Weinberg weiter: „Mit der chronischen Unterfinanzierung der Geburtsbegleitung verantwortet die Bundesregierung allein in Bayern die Schließung von 35 Geburtsstationen seit 2009[1]. In meiner mittelfränkischen Heimat wurden beispielsweise binnen der letzten drei Jahre mit Neuendettelsau, Schwabach und Bad Windsheim drei Kreißsäle dichtgemacht.“ DIE LINKE unterstütze hingegen ausdrücklich die immer wieder vorgetragene und bitter notwendige Forderung nach einer Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme für eine Frau während der Geburt, betont der Abgeordnete: „Wir wollen die Schließungswelle von Geburtsstationen stoppen und den Hebammenberuf wieder attraktiv machen. Zu kaum einem Zeitpunkt sind werdende Mutter und Säugling so verletzlich, wie während und nach der Geburt. Investitionen in diesem Bereich muss uns das Wohl der Kinder und Mütter wert sein.“