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3. April 2018

Pflegenotstand endlich angehen statt weiter zu analysieren

Der Pflegenotstand in Deutschland spitzt sich zu. Auch die Region Schwaben spürt die Ausmaße: Viele Betreiber kleinerer Pflegeheime und Pflegedienste befürchten mit dem Ausbau des Augsburger Klinikums zur Uniklinik eine zusätzliche Belastung des bereits angespannten Fachkräftemarktes. Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, erklärt dazu: "Der Koalitionsvertrag, der 8000 neue Fachkraftstellen für ganz Deutschland vorsieht ist ein Witz - das ist pro Einrichtung nicht einmal eine Pflegekraft. Statt endlich zu handeln, beschäftigen sich die Verantwortlichen wie die bayerische Gesundheitsministerin Huml damit, ein Gutachten zu erstellen und das zu analysieren, was schon längst offensichtlich ist: Die Arbeitsverhältnisse in der Pflege sind nicht mehr zumutbar.

Stress, schlechte Bezahlung, Leistungsdruck und die fehlende Wertschätzung machen den Pflegeberuf unattraktiv. Der Zeitmangel und Kostendruck verursacht eine Minderversorgung der Patienten. Die Fluktuation am Arbeitsmarkt führt zur weiteren Verschlechterung für diejenigen, die im Beruf bleiben. Wir fordern, Pflege endlich wieder zu einem Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge zu machen, sie durch eine Pflegevollversicherung finanziell abzusichern und durch eine gesetzlich vorgeschriebene Personalbemessung gute Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte und eine würdige Pflege für die Patienten zu schaffen.