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4. April 2018

Für eine neue Fehlerkultur bei medizinischen Behandlungen

„Für Geschädigte gleicht die Auseinandersetzung mit dem Arzt oder Krankenhaus noch immer dem Kampf von David gegen Goliath. Die wenigsten wagen bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler die Auseinandersetzung vor Schlichtungsstellen oder Gerichten. Das ist verständlich, haben diese Menschen doch mit ihrer Erkrankung und dem vermuteten Schaden aus der Behandlung zu kämpfen. Hinzu kommt, dass sie den Nachweis über den Behandlungsfehler meist selbst erbringen müssen. Die Patientenrechte müssen dringend verbessert werden, um in den Verhandlungen Chancengleichheit zu gewährleisten. Die Beweislast darf nicht länger einseitig bei den Patientinnen und Patienten liegen“, kommentiert Harald Weinberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, den von der Bundesärztekammer vorgestellten Bericht zur Arbeit der Schlichtungsstellen. Harald Weinberg weiter:

„Fehler sind Teil menschlichen Handelns. Um sie zu vermeiden, sind ein offener Umgang und eine Entstigmatisierung notwendig. Ein besseres Fehlermanagement und anonyme Fehlermeldesysteme können zu einer besseren Fehlerkultur beitragen. Für besonders schwere Fälle sollte ein Entschädigungsfonds eingerichtet werden. Die Schlichtungsstellen dürfen nicht länger von den Haftpflichtversicherungen der Ärztinnen und Ärzte beeinflusst werden, sie müssen unabhängig finanziert und organisiert werden. Denn medizinische Gutachten entscheiden häufig über den Prozessausgang. Wir fordern daher, die Unabhängigkeit und Qualität gesetzlich zu sichern.“