Zur Zeit wird gefiltert nach: MDB-HW-neu

24. Mai 2018

Harald Weinberg: „Gesundheitspolitische Wende für sichere Hebammenversorgung nötig“

Temporäre Schließung der Geburtshilfe Dinkelsbühl: Warnsignal für die gesamte Region

Haftungsfonds Aufgabe für Bund und Freistaat: „Werdende Mütter nicht im Regen stehen lassen“

„Das ist ein Warnsignal für die gesamte Region“, kommentiert der gesundheitspolitische Sprecher im Bundestag, MdB Harald Weinberg (DIE LINKE), die temporäre Schließung der Geburtshilfeabteilung in Dinkelsbühl vom 27.05. bis 01.06. „Der Mangel an Hebammen ist Ergebnis einer verfehlten Gesundheitspolitik der Bundes- und Staatsregierung. Wir dürfen werdende Mütter nicht länger im Regen stehen lassen. Es ist höchste Zeit für eine gesundheitspolitische Wende zur Sicherung der Hebammenversorgung.“

Der Ansbacher Abgeordnete sieht dafür zwei Hebel: Zum einen müsse der Hebammenberuf durch die Absicherung des Versicherungsrisikos wieder attraktiv gemacht werden. Viele Frauen arbeiten in diesem Beruf in Teilzeit und können sich die immer weiter steigenden Versicherungssummen nicht leisten. „Der Vorschlag der LINKEN liegt auf dem Tisch: Mit einem Haftungsfonds kann wollen wir dafür sorgen, dass Hebammen nicht aus finanziellen Gründen ihren Job an den Nagel hängen. Die CSU-Staatsregierung darf sich hierbei nicht aus der Verantwortung stehlen. Das ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Land.“

Zum anderen will Weinberg Fallpauschalen zurückdrängen. Als ersten Schritt sollen elementare Bereiche der Gesundheitsversorgung der Menschen, wie Palliativmedizin oder die Geburtshilfe aus dem rein ökonomisierten System genommen werden. „Gebären und Sterben unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu behandeln ist zynisch. Wir brauchen gerade in diesen Bereichen eine bedarfsgerechte und gemeinwohlorientierte Finanzierung. So erhalten wir Geburtsstationen auch auf dem Land“, erklärt der Gesundheitsexperte.

Obschon die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen ursächlich für die temporäre Schließung der Geburtshilfe Dinkelsbühl seien, müsse der Vorstand von ANregiomed sich die Frage gefallen lassen, ob Engpässe nicht schon länger absehbar waren und ausreichend Maßnahmen vor Ort ergriffen wurden, betont Weinberg: „Ich hoffe nicht, dass das ein Testballon für die dauerhafte Schließung der Geburtsstationen in Dinkelsbühl und womöglich auch Rothenburg ist.“