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11. Dezember 2017

Immer mehr Beschäftigte mit Löhnen unzufrieden

„Immer mehr abhängig Beschäftigte sind mit ihrer Entlohnung unzufrieden. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dies verwundert nicht angesichts der Tatsache, dass 40 Prozent der Beschäftigten heute weniger Reallohn haben als im Jahr 1999, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Anfang 2017 festgestellt hat. Ein Grund für diese Entwicklung ist der unzureichende Mindestlohn, sowie prekäre Arbeit wie Leiharbeit und befristete Beschäftigung. Der Trend in vielen Unternehmen, höhere Gewinne auf Kosten der Einkommen der Beschäftigten zu erzielen, ist die Ursache des Problems“, so Klaus Ernst, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zur Lohnzufriedenheit der Beschäftigten. Ernst weiter:

„Unzufriedene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind weniger motiviert und damit auch weniger leistungsbereit. Motivierte Beschäftigte sind aber eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Die Unternehmen schneiden sich ins eigene Fleisch. Erfreulich – aber auch wenig überraschend – ist, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die Tarifverträge gelten, mit ihrem Einkommen zufriedener sind als jene, deren Arbeitgeber sich nicht an Tarifverträge halten. Daraus folgt, dass politische Initiativen notwendig sind, um die Tarifbindung wirksam zu stärken. Leiharbeit und Werkverträge müssen im Interesse der Beschäftigten wirksam eingedämmt werden. Ebenfalls muss gesetzlich geregelt werden, dass Tarifverträge leichter als bisher für allgemeinverbindlich erklärt werden können.“