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12. Juli 2017

MdB Harald Weinberg: „Die Zeit drängt zum Handeln“ – 8 von 11 Medizinern bald in Rente

Region Wassertrüdingen-Hahnenkamm mit höchstem Durchschnittsalter bei Hausärzten                                ​

Auch in Feuchtwangen Ärzte im Schnitt über 60 Jahre – Sonderförderung vorgeschlagen

Der Ärztemangel im westlichen Mittelfranken wird sich in den kommenden Jahren massiv verschärfen. Das belegt der aktuelle Versorgungsatlas der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB)[1]. Demnach weist die Planungsregion Wassertrüdingen-Hahnenkamm[2] das bayernweit höchste Durchschnittsalter bei Hausärzten auf. Zum Stichtag 31.01.2017 betrug dies 61,5 Jahre. Nur drei von elf Medizinern sind dort jünger als 60 Jahre. Auch der Planungsregion Feuchtwangen[3], die mit einem Versorgungsgrad von nur 72,7 Prozent ohnehin bereits als „akut unterversorgt“ gilt, droht weiteres Ausbluten beim Gesundheitsangebot vor Ort (Durchschnittsalter: 60,1 Jahre).

„Viele Ärzte gehen in den Landkreisen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen demnächst in Rente. In drei bis vier Jahren haben wir ein echtes Problem bei der Gesundheitsversorgung der Menschen im ländlichen Raum. Die Zeit drängt uns zum Handeln“, kommentiert der gesundheitspolitische Sprecher im Bundestag, MdB Harald Weinberg.

Bis das von der CSU-Landtagsfraktion angekündigte „Maßnahmenpaket“ gegen den Ärztemangel überhaupt beginnt zu greifen, sei es womöglich viel zu spät. Die CSU plant wie berichtet, Medizinstudenten mittels Geldzahlungen zum Praxisbetrieb auf dem Land zu verpflichten. Dies gilt unter Ärzten als schwer vereinbar mit der freien Berufswahl und kann auch nicht passgenau für das besonders vom Ärztemangel betroffene Westmittelfranken zugeschnitten werden.

Daher untermauert Weinberg seinen Vorschlag einer Sonderförderung für betroffene Kreise: „Land und Bund müssen Kommunen ertüchtigen, Ärztehäuser auf dem Land zu betreiben. Dies ist etwa über MVZs kommunaler Kliniken machbar. Dadurch werden Mediziner vom Verwaltungsaufwand entlastet und haben mehr Zeit für Patienten. Das ist ein starker Standortfaktor. Ich begrüße es, wenn es den Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus der Region parteiübergreifend gelingt, für unsere Region den Ärztemangel auf diese Weise rasch zu beheben.“

[1] https://www.kvb.de/fileadmin/kvb/dokumente/UeberUns/Versorgung/KVB-Versorgungsatlas_Hausaerzte.pdf

[2] Wassertrüdingen, Heidenheim, M. Berolzheim, Westheim, Gnotzheim, Polsingen, Dittenheim, Meinheim, Alesheim

[3] Feuchtwangen, Schnelldorf, Dentlein a.F., Aurach, Burk, Wieseth