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8. März 2016

Mord an Eichstätter Preisträgerin Berta Cáceres aufklären!

Eva Bulling-Schröter

Eva Bulling-Schröter, Landessprecherin der LINKEN. Bayern und Bundestagsabgeordnete aus Ingolstadt, erklärt zur Ermordung der Trägerin des Eichstätter Shalompreises, Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres: 

„Mit Berta Cáceres ist eine große Frau der Umwelt- und Menschenrechtsbewegung ermordet worden. Die Streiterin für die Rechte indigener Völker in Honduras wurde von Unbekannten in ihrem Haus erschossen. Vieles deutet darauf hin, dass Auftragsmörder die unbequeme Aktivistin getötet haben. Die einen Tag vor ihrem 43. Geburtstag ermordete Lenca-Indígena war nicht nur Trägerin des internationalen Goldman-Umweltpreises. Für ihren Kampf für die Rechte der in ihrem Land benachteiligten indigenen Völker erhielt die Mitbegründerin des Nationalen Rates der Volksorganisationen und Indigenen von Honduras (COPINH) im Jahr 2012 auch den Eichstätter Shalompreis für Menschenrechte.

Seit Jahren erhielt die vierfache Mutter wegen ihres Widerstandes gegen umstrittene Staudammprojekte im Land persönliche Morddrohungen. Der Staat in Honduras war daraufhin von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zum Schutz der gefährdeten Aktivistin aufgefordert worden: Dieser Schutz hat tragisch versagt. Zuletzt hatten Cáceres und ihre MitstreiterInnen gegen das Staudammprojekt "Agua Zarca" des Unternehmens Desarollos Energéticos S.A. (DESA) protestiert, weil diese die ansässigen indigenen Lenca-Gemeinden beim Bau entgegen internationaler Verpflichtungen nicht konsultiert haben. 

Beteiligt an dem Staudammvorhaben, das auch über den internationalen Klimaschutzmechanismus CDM finanziert wird, sind die niederländische Entwicklungsbank (FMO) mit 15 Millionen US-Dollar, die finnische Entwicklungsbank Finnish Fund for Industrial Cooperation Ltd. (FINNFUND) mit 5 Millionen US-Dollar, die Zentralamerikanische BCIE (Banco Centroamericano de Integración Económica) mit 24,4 Millionen US-Dollar, das Siemens Joint-Venture Voith Hydro aus Deutschland, die Firma CASTOR (CASTILLO TORRES) CONSTRUCTORA CERROS DE COMAYAGUA, die FICOHSA-Bank und die Unternehmerfamilie Atala aus Honduras, die US-Regierung über das USAID-Projekt MERCADO und das honduranische Umweltministerium SERNA. DESA hat bewiesenermaßen paramilitärische Sicherheitskräfte unter Vertrag.“

DIE LINKE trauert um Berta Cáceres und drückt den Hinterbliebenen ihr tiefes Mitgefühl aus. Die Täter und möglichen Auftraggeber müssen schnell ermittelt werden und dürfen nicht straffrei ausgehen. Die deutschen Stellen und Unternehmen fordert DIE LINKE auf, ihr Engagement in der betroffenen Region zu überdenken.