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12. Januar 2018

Aus Angst vor der Abschiebung? Afghanischer Flüchtling nimmt sich das Leben

Wie die Süddeutsche Zeitung am Dienstag berichtete, hat sich in der Nacht auf den 2. Januar 2018 ein vor der Abschiebung nach Afghanistan stehender Flüchtling in Abensberg das Leben genommen. Der erst 22 Jahre alte Taher I. sprang aus dem Fenster seiner Gemeinschaftsunterkunft.

Eine Landtagsanfrage der Grünen voriges Jahr zeigte: 2016 gab es in Bayern 162 Suizid-Versuche von Geflüchteten, davon 43 allein von Menschen afghanischer Herkunft. Für 2017 sind noch keine Zahlen bekannt.

Bereits am 23. Januar soll die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan starten.

Marius J. Brey, Sprecher der Linksjugend ['solid] Bayern erklärt hierzu: "Was Geflüchtete in Deutschland benötigen, ist die Möglichkeit auf gesellschaftliche Teilhabe sowie psychologischer Beistand, und nicht die ständige Angst vor einer baldigen Abschiebung. Afghanistan war und ist kein sicheres Herkunftsland. Dass trotz einer Anschlagsserie mit mehreren Dutzend Toten in den letzten paar Tagen des vergangenen Jahres, weiterhin Sammelabschiebungen durchgeführt werden, ist ein Skandal. Alleine in Kabul fanden 2017 knapp 500 Menschen aufgrund von Anschlägen den Tod. Die Angst dorthin zurückgeschickt zu werden, führt bei den Ausreisepflichtigen zu Verzweiflung, Todesangst und immer häufiger zu Selbstmorden im Vorfeld drohender Abschiebungen. Unsere Haltung ist klar: Was wir in Bayern brauchen, ist eine bessere Infrastruktur, mehr günstigen Wohnraum und sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze - sowohl für Deutsche wie auch für Geflüchtete. Wir müssen Talente fördern, Chancen erkennen und jenen helfen, die staatliche Unterstützung brauchen. Die CSU beweist, dass sie an einer lösungsorienterten Flüchtlingspolitik kein Interesse hat, ihr geht es einzig um populistische Stimmungsmache. Die geplanten Abschiebelager und bezirksweiten Sammelunterkünfte sind nur zwei Beispiele für eine absolut verfehlte Politik, welche Hass schürt und Frust säht. Ausbildung statt Abschiebung, Integration statt Ausgrenzung, miteinander statt gegeneinander muss die Devise in einem lebenswerten und solidarischen Bayern sein! Ein junger Mann, der das Leben vor sich hatte, ist tot - die Landesregierung trägt hierfür eine Mitverantwortung." Die Linksjugend ['solid] Bayern stellt sich klar und konsequent gegen jede Abschiebung, besonders in Kriegsgebiete und Krisenregionen. Marius J. Brey ist einer von 8 gleichberechtigten Mitgliedern des Landessprecher*innenrates der Linksjugend ['solid] Bayern.