19. September 2012

Scharfe Kritik am Interimsvorstand des Kommunalunternehmen Bezirkskliniken Mittelfranken

Uwe Schildbach

Verleih-Vorstand nimmt Stellenausschreibung zurück

Auf scharfe Kritik des Bezirksrats Uwe Schildbach (DIE LINKE), ist eine aktuelle Stellenausschreibung des Kommunalunternehmen Bezirkskliniken Mittelfranken (KU) und die angekündigte Unternehmenspolitik des Interimsvorstand Helmut Nawratil und seiner Beraterfirma NHX.Health AG gestoßen.

Bei der besagten Ausschreibung, der Leitung des Bereichs Controlling, handele es sich um eine der zentralen Schaltstellen der zukünftigen Unternehmenspolitik der Bezirkskliniken Mittelfranken(KU), so Schildbach.

Dort hieß es in einer Erstausschreibung des Aufgabenprofils wörtlich: „Mitarbeit bei Akquisitionen und Bereichsverkäufen“.

Schildbach, selbst langjähriger Mitarbeiter des Bezirksklinikums Ansbach und engagiert im örtlichen Personalrat, konfrontierte den neuen Verleih-Vorstand des KU während einer Personalversammlung am 10.9.2012 in Ansbach mit den Aussagen dieser Stellenausschreibung.

Auf die Frage, welche Bereiche der Bezirkskliniken den nun zum Verkauf bereit stünden, behauptet Nawratil, welcher zuvor noch ein einstündiges Referat über seine verbesserten Kommunikationsstrukturen der Führungsebene im KU zu besten gab, er kenne diese zentrale Stellenausschreibung überhaupt nicht!

Er entschuldigte sich bei den zahlreich anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für dieses angebliche Missverständnis und kündigte an, den Text dieser Stellenausschreibung sofort zurückzunehmen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkskliniken und die Öffentlichkeit werden hier für dumm verkauft“, so der Kommentar Schildbachs, “Der alte Vorstand wusste nichts von falschen Zahlen und der neue Vorstand will nun seine eigenen Stellenausschreibungen nicht kennen.“

Er gewinne zunehmend den Eindruck mit dem neuen Vorstand und seiner Beraterfirma „vom Regen in die Traufe“ gekommen zu sein.

Dies bestätigt auch die Aussage des Verleih-Vorstands bei der besagten Personalversammlung, der den VerfasserInnen von betrieblichen Gefährdungsanzeigen, die auf die unzumutbare personelle Situation in ihren Arbeitsbereichen aufmerksam machen wollten, indirekt vorwarf, sie würden ihre eigenen Interessen vor die Interessen des Unternehmens stellen.

Die Äußerungen des Herrn Nawratil und die ertappte Stellenausschreibung zeigten sehr deutlich, in welche Richtung die Unternehmenspolitik im KU nach dem Willen des neuen Verleih-Vorstands und seiner Beraterfirma gehen soll. Mit den in der Stellenausschreibung genannten Bereichsverkäufen, sei nichts anderes gemeint, als den Ausverkauf öffentlichen Eigentums und das Abstoßen von defizitären Krankenhausbereichen an private Betreiber.

Dies sei eine unverhohlene Kampfansage an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkskliniken, welche teils unter widrigsten Rahmenbedingungen eine ausgezeichnete Arbeit am Patienten leisten und den Vergleich mit privaten Anbietern nicht scheuen müssen.

Die Defizite in einigen Bereichen der Bezirkskliniken seien einzig und alleine einer jahrelangen verfehlten Unternehmensführung und dem Wegschauen eines unfähigen Verwaltungsrats unter der Führung des Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch geschuldet.

Die Zeche sollen jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlen.Dagegen gilt es Widerstand zu organisieren! 

Uwe Schildbach, Bezirksrat Mittelfranken

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