Der Verlust von voraussichtlich 187 Arbeitsplätzen bei Mederer-Trolli in Fürth war Anlass für einen Informationsbesuch des Europa-Abgeordenten Thomas Händel (DIE LINKE) bei der Mahnwache vor dem Werktor. Hintergrund ist die geplante Produktionsverlagerung des Fürther Süßwarenherstellers nach Mecklenburg-Vorpommern. Besonders die vermutete Subventionierung der Betriebsverlagerung aus europäischen Fördermitteln war Thema des Gespräches mit den Betriebsräten und NGG-Gewerkschaftssekretären vor dem Werktor.
Nach bisherigen Recherchen von Händel in Brüssel seien bislang keine europäischen Sonderfördermittel für Trolli geflossen. Wohl aber würden normale Wirtschaftsförderungsmittel für strukturschwache Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern die Verlagerung profitabel machen. Händel hält diese Praxis für dringend veränderungsbedürftig: "Wenn ein Unternehmen Arbeitsplätze verlagert um günstiger zu produzieren oder neue Märkte zu erschließen muss es künftig den wirtschaftlichen und sozialen Schaden mit ausgleichen, den es anrichtet und nicht nur die Profite einstreichen. Wir brauchen eine Verlagerungsabgabe." Die Linke im Europaparlament habe diese Forderung bereits erhoben und arbeite nun für Mehrheiten im Europaparlament.
Händel sicherte, ebenso wie die Landessprecherin der bayerischen Linken, Anny Heike und der Fürther Sprecher der Partei, Waldemar Amon den Beschäftigten Unterstützung zu. Besonders ärgert Händel die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Mederer für sein "soziales Verhalten" während er sich weigere für eine vernünftige soziale Absicherung der Beschäftigten die Mittel zur Verfügung zu stellen. Händel unterstützt die
Forderung der Betriebsräte und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten demonstrativ den Namen des Fürther Stadions zu ändern: "Trolli-Arena war schon immer lächerlich. Wer jetzt nur noch Spot für seine Beschäftigten übrig hat, dessen Firmenname hat im altehrwürdigen Ronhof nichts verloren."
Thomas Händel, Mitglied des Europaparlaments