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Wahlkreis 245: Nürnberg-Süd

Ihre Direktkandidatin: Gudrun Schlett

Listenplatz: 9

Vita

- Geboren 1961 als 2. von 8 Kindern in einer Arbeiterfamilie.
- 1981 Abitur
- 1981/82 Studium Romanistik und Slawistik
- 1982-1984 landwirtschaftliche Lehre anschliessend Studium der Agrarwissenschaften - Abschluss als Diplom-Agraringenieurin. In dieser Zeit engagiert in der Mittelamerikasolidarität und erster 10monatiger Aufenthalt in Nicaragua. Dort Arbeit mit Flüchtlingen aus El Salvador zur Verbesserung der Ernährungssituation.
- Nach Abschluss des Studiums weitere Aufenthalte in Nicaragua: Arbeit in einem Agroforst-Projekt zum Schutz von Tropenwald und Anbau von Kakao zur Schaffung von Einkommen für Kleinbauernfamilien, Entwicklungshelferin in einem Programm zur Armutsbekämpfung und Verbesserung der Lebensbedingungen von indianischen Kleinbauernfamilien.
- Zurück in Deutschland befristete Tätigkeiten in der Vermarktung von Bioprodukten in Zusammenhang mit einem Beschäftigungs-programm für Menschen, die aufgrund unterschiedlicher Einschränkungen auf dem sog. 1. Arbeitsmarkt keine Chance haben und als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Demonstrationsvorhaben zum pfluglosen Ackerbau und Grünlandwirtschaft.
- Seit 2004 in der Auslandsabteilung einer Kontrollstelle für Bioprodukte als Zertifiziererin tätig.

Mitglied: Die Linke, Ver.di (seit 1999), WASG/DIE LINKE. (seit 2005 bzw. 2007), Kreisvorstand des KV Nürnberg/Fürth (seit 2007), BIOLAND (seit 1995), VCD e.V. (seit 1998), Bundeskoordination Internationalismus (seit 2005), Frauen in Naturwissenschaft und Technik (NUT) e.V., WASG-Verein.

Politisches Statement

Wir brauchen ein gerechtes Wirtschaftssystem, das im Dienste der Menschen steht und allen Menschen weltweit Entwicklung und ein Leben in Würde ermöglicht. Ökologie, Ökonomie und Soziales sind dabei untrennbar miteinander verbunden. Nirgends auf dieser Welt dürfen wir uns mit Armut und Perspektivlosigkeit abfinden. Nirgends dürfen wir zulassen, dass die Würde von Menschen mit den Füssen getreten wird. Hartz IV steht für mich als Synonym für einen solchen Angriff auf die Menschenwürde. Dagegen wehre ich mich. Geld ist genug da, es muss richtig verteilt werden. Im Angesicht der Finanzmarktkrise ist es notwendiger denn je, das Geld richtig zu verteilen und umzusteuern (Arbeit, von der die Menschen leben können, Bildung, Energiewende, Gesundheit, Klimaschutz…).

Solidarität mit den Schwachen ist für mich ein wichtiger Grundwert. Ich engagiere mich daher auch für die Einhaltung von Menschenrechten und das Grundrecht auf Asyl. Dieses muss in Deutschland wieder eingeführt werden. Menschen mit Migrationshintergrund brauchen eine faire Chance, um in diesem Land Fuss zu fassen. Ende 2007 gab es laut UN 11,4 Mio. Flüchtlinge und 26 Mio. Binnenvertriebene auf der Flucht vor Konflikten oder Verfolgung. Deutschland trägt hier als drittgrösster Waffenexporteur weltweit eine grosse Verantwortung. Gleichzeitig trägt auch die Bevölkerung in Deutschland die Kosten für die Aufrüstung und Militarisierung der Politik. Denn immer höheren Rüstungsausgaben steht der Sozialabbau gegenüber. Wir brauchen Abrüstung statt Sozialabbau.

Ich engagiere mich gegen Gentechnik, die untrennbar verbunden ist mit der Patentierung von Saatgut und Leben und die in der Konsequenz bedeutet, dass unsere Ernährung durch Konzerne kontrolliert wird. Gentechnik ist eine Risikotechnologie mit unabsehbaren Folgen. Einmal in die Natur freigesetzt können gentechnisch veränderte Organismen nicht mehr zurückgeholt werden.

GVO tragen ausserdem zu einer weiteren Bedrohung der weltweiten Biodiversität bei. Hier zerstören die Menschen ihre Lebensgrundlagen.

Ich setze mich für den Erhalt der klein- und mittelbäuerlichen Landwirtschaft ein als Grundlage der Ernährungssicherheit weltweit und für die Förderung der biologischen Landwirtschaft. Diese trägt daneben zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen und Energie bei und vermeidet, dass Giftstoffe, wie Pestizide überhaupt produziert und in die Umwelt freigesetzt werden. Insgesamt müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, um den Energie- und Ressourcenverbrauch zu verringern und der weiteren Umweltverschmutzung und -zerstörung Einhalt zu gebieten.

Der Abbau von Ungleichheit und undemokratischen Verhältnissen zwischen den Geschlechtern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: d.h. für mich u.a. Beseitigung der Entgeltdiskriminierung von Frauen (noch immer verdienen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer), eine eigenständige Existenzsicherung für Frauen muss sichergestellt werden durch Maßnahmen, wie z.B. flächendeckende Kinderbetreuung, keine weitere Privatisierung der allgemeinen Lebensrisiken, vor allem der Alterssicherung, Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung. Wir brauchen flächendeckende Mindestlöhne. Frauen müssen durch Einführung von Quoten stärker in Leitungspositionen der Wirtschaft und auf sämtlichen politischen Ebenen gelangen. Kinder und Jugendliche brauchen Männer, die bereit sind, eine Vaterrolle in der Erziehung zu übernehmen und Vorbilder zu sein. Männer müssen gezielt gefördert werden, dass sie in der Kindererziehung ihren Teil der Verantwortung übernehmen (können). Der Schutz von Eltern – Männern und Frauen am Arbeitsplatz muss gestärkt werden (Elternzeit).

In der Rente brauchen wir eine Berücksichtigung von Pflegezeiten und eine Rente nach Mindesteinkommen.

Kontakt

Gudrun.Schlett@die-linke-bayern.de