Waffenschmiede Saab als Sponsor des 1. FCN
MdB Evelyn Schötz (Die Linke): "Waffenhersteller haben im Fußball nichts verloren – Saab-Sponsoring beim Club ist ein fatales Signal"
Zur neuen Premium-Partnerschaft zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem Rüstungskonzern Saab erklärt Evelyn Schötz, Bundestagsabgeordnete der Linken für Nürnberg-Stadt und Land:
„Dass ausgerechnet ein Waffenhersteller künftig Eckbälle im Max-Morlock-Stadion präsentiert, ist nicht nur geschmacklos – es ist ein Affront gegenüber allen, die den Fußball als Ort des Friedens, der Gemeinschaft und der Solidarität begreifen. Die Vermarktung des Krieges hat im Stadion nichts zu suchen.“
Schötz kritisiert, dass mit dem Einstieg von Saab eine Militarisierung der Gesellschaft vorangetrieben werde. Hier tritt mit Saab ein Unternehmen als Sponsor auf, das sein Geld mit Kampfjets, Lenkwaffen, Sensorik für Kriegsschiffe und elektronischer Kampfführung verdient. „Während Saab sich auf seiner Website damit brüstet, den 'Lenkflugkörper TAURUS' für die Bundeswehr zu modernisieren und Radar- und Feuerleitsysteme für Kriegsschiffe liefert, betont der FCN gleichzeitig seine gesellschaftliche Verantwortung. Wer Waffen liefert, liefert Tod – das passt weder zu Nürnberg noch zum Club. Diese Partnerschaft sendet ein fatales Signal, gerade in Zeiten wachsender internationaler Spannungen“, so Schötz.
Ein Blick auf die Börse zeigt zudem die Profite, die der Rüstungskonzern aus den Kriegen dieser Welt schlägt: Die Aktie von Saab stieg zwischen Ende Februar 2022 (Beginn des Ukraine-Kriegs) und Ende Juni 2025 von 52,95 Euro auf 527,60 Euro ein Anstieg um 896,41 %. Zahlreiche Fans äußerten sich bereits kritisch zur Partnerschaft und werfen dem Verein vor, sich von Kriegsprofiteuren instrumentalisieren zu lassen. Auch der Verweis des FCN auf angeblich "gemeinsame Werte" mit Saab stößt bei Schötz auf scharfe Kritik: „Der Kurs der Aktie ist nicht als wirtschaftlicher Erfolg zu bewerten, das ist schmutziges Geld – verdient an Leid, Zerstörung und Tod. Kriegswirtschaft ist kein Wert, sondern eine Katastrophe – insbesondere in einer Stadt, die sich historisch dem Frieden verpflichtet fühlt. Dass die Clubführung das Engagement von Saab als Symbol für 'Verantwortung' verkauft, ist eine gefährliche Verdrehung der Begriffe.“
Schötz fordert stattdessen eine klare Abgrenzung des Sports gegenüber der Rüstungsindustrie: „Fußball braucht keine Bomben. Fußball braucht Mut zur Haltung. Ich fordere die Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg auf, diese Partnerschaft zu beenden – und sich wieder auf das zu besinnen, was diesen Verein ausmacht: Leidenschaft, Zusammenhalt und Menschlichkeit.“

