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Ankerzentren schikanieren und isolieren Geflüchtete – Malteser versuchen, das Beste aus der Situation zu machen

DBT/Inga Haar
Eva Schreiber

Am 4. Juli 2019 besuchte Eva-Maria Schreiber, bayerische Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, das Ankerzentrum in Donauwörth. Der stellvertretende Leiter der Einrichtung Tobias Hilgers von der Regierung Schwaben, Sybille Jakob (Betreuungsleiterin der Malteser) und Silvia Norzinski (Ehrenamtskoordinatorin der Malteser) führten die kleine Delegation der Parlamentarierin durch das ehemalige Kasernengelände.

Eva-Maria Schreiber erklärt zum Besuch: „Die LINKE lehnt grundsätzlich die Einrichtung von Ankerzentren ab, da sie die Geflüchteten isolieren, viele sehr unterschiedliche Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht werden und die Kinder und Jugendlichen in der Regel keine regulären Schulen oder Berufsschulen besuchen können. Wir kritisieren außerdem das diskriminierende Asylbewerberleistungsgesetz, das Schikanen wie die Unterbringung in Sammellagern, Sachleistungen, Arbeitsverbot und Residenzpflicht beinhaltet.“

Frau Jakob erläuterte bei der Besichtigung der vielen Häuser auf dem Gelände, dass die Malteser allen Altersgruppen der Flüchtlinge eine Beschäftigungs- und Arbeitsmöglichkeit zur Strukturierung ihres Alltags anbieten. Die Arbeit z.B. in der Wäscherei oder in der Fahrrad-Werkstatt wird mit 0,80 Euro pro Stunde honoriert. In der Einrichtung gibt es ein geschütztes Frauenhaus und eine Medizinstation, die auch regelmäßig von einer Hebamme und einer Gynäkologin besetzt wird. Die Malteser kümmern sich intensiv um die sonst oft unter dem Radar laufende Altersgruppe der 12-18-Jährigen. Sie leisten rund um die Uhr ihren Dienst im Ankerzentrum und tragen so dazu bei, mit zwei Gewaltschutzkoordinatoren und einem privaten Wachdienst ein Gewaltschutzkonzept erfolgreich umzusetzen.

„Unter den Umständen eines 800 Personen großen Sammellagers und der strikten Gesetzeslage leisten die Malteser eine bemerkenswerte Arbeit in Donauwörth“, lobt Schreiber und fordert: „Die Betreuung der Flüchtlinge in Ankerzentren sollte generell vorrangig an non-profit-Unternehmen übertragen werden, denen das Wohlergehen der Menschen wichtiger ist, als der Profit.“


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