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Susanne Ferschl, MdB

Fachkräftemangel: Arbeitgeber müssen gute Jobs liefern

Uwe Steinert

„Wer über Fachkräftemangel klagt und gleichzeitig über Erwerbslose schweigt, führt absichtlich eine falsche Debatte“, erklärt Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, anlässlich des Deutschen Arbeitgebertages. Ferschl weiter:

„Wenn man bei zwei Millionen Erwerbslosen nicht einmal eine Million offene Stellen besetzt bekommt, hakt es bei der Qualität der Arbeit. Jobs mit miesen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen sind auf Dauer nicht attraktiv. Da muss sich kein Arbeitgeber wundern, dass niemand kommt. Aber anstatt die Attraktivität der eigenen Jobs zu erhöhen, fordern sie lieber eine Zuwanderung von Menschen, die keine andere Wahl haben, als unter prekären Bedingungen zu arbeiten. Das verstärkt die Drohkulisse gegenüber den eigenen Beschäftigten.

Vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, dass BDA-Präsident Kramer die Debatte zur Überwindung von Hartz IV scharf kritisiert. Wer gibt schon gern seine Peitsche aus der Hand, um die eigenen Beschäftigten an der Kandare zu halten und Erwerbslose in den Niedriglohnsektor zu zwingen. Ich muss die deutschen Arbeitgeberverbände daran erinnern, dass der soziale Zusammenhalt einer Gesellschaft auch ihre Aufgabe ist. Die DGB-Konzepte hierfür liegen auf dem Tisch. Die Arbeitgeber täten gut daran, sich an dieser Diskussion endlich zu beteiligen.

DIE LINKE will Mindeststandards in der Arbeitswelt. Gute Arbeit muss sicher, tariflich entlohnt und mitbestimmt sein. Der Mindestlohn ist auf armutsfeste 12 Euro zu erhöhen und Arbeit gehört ab der ersten Stunde in die Sozialversicherungspflicht. Darüber hinaus fordern wir eine sanktionsfreie Mindestsicherung zur Überwindung von Hartz IV.“


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