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Kathrin Flach Gomez

Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt in den Kommunen verbessern

Die LINKE in Bayern startet eine Antragsinitiative in den bayerischen Kommunalparlamenten zur Situation und Versorgung gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder.

Gewalt gegen Frauen, insbesondere Gewalt in der Partnerschaft, ist ein Phänomen, das sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Allein im Jahr 2019 wurden mindestens 115.000 Frauen in Deutschland Opfer von Partnerschaftsgewalt, die von Bedrohung bis hin zum Mord reicht – die Dunkelziffer der Fälle dürfte um ein Vielfaches höher liegen. In Bayern sind 2019 15.694 Fälle gemeldet worden – unter Corona dürfte sich die Lage verschärft haben. Die Stigmatisierung von Gewaltopfern, der Mangel an Unterstützungsangeboten sowie bürokratische Hürden beim Ausbruch aus der (finanziellen) Abhängigkeit vom gewalttätigen Partner verhindern, dass Frauen sich Hilfe suchen oder führen dazu, dass Frauen nach einem Aufenthalt im Frauenhaus wieder zu ihren gewalttätigen Partnern zurückkehren. Durch weiterführende Begleitung und Angebote, wie z.B. Second-Stage-Wohnungen nach dem Frauenhausaufenthalt oder unbürokratischer Hilfe aus einer Hand beim Jobcenter, können Hürden für die Frauen abgebaut werden, sodass verhindert werden kann, dass Frauen keinen anderen Ausweg sehen, als zum gewalttätigen Partner zurückzukehren.

Landessprecherin Kathrin Flach Gomez dazu:

„Die Kommunen sind die Aktionsebene für die Thematik und lassen in Zusammenarbeit mit freien Trägern den Frauen Unterstützung zukommen. Aus diesem Grund ist es notwendig, die aktuelle Situation an Hilfs- und Beratungsangeboten vor Ort zu evaluieren, um spezifische Mängel und Verbesserungsbedarf zu erkennen und in einem zweiten Schritt dann konkrete Verbesserungen des Angebots einzuleiten. Wir als LINKE fordern seit Jahren mehr Plätze in Frauenhäusern und anschließende Übergangswohnplätze sowie unbürokratische finanzielle Hilfen vom Amt, damit Frauen aus gewaltvollen Beziehungen entkommen können.

Laut der Istanbul Konvention müssten in Bayern etwa 3300 Plätze in Frauenhäusern zur Verfügung gestellt werden, um den Bedarf zu decken. Das Ziel der Staatsregierung ist die Schaffung von 1300 Plätzen. In Bayern gibt es derzeit 39 staatlich geförderte Frauenhäuser mit 375 Plätzen für Frauen und 448 Plätzen für Kinder. Dies entspricht nicht einmal einem Drittel der benötigten Plätze – ganz zu schweigen vom Mangel an Second-Stage-Wohnungen. 

So werden Frauenleben riskiert und die bestehenden Verhältnisse, in denen Frauen schutzlos ihren Peinigern ausgesetzt sind, zementiert.“


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