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Simone Barrientos, MdB

Simone Barrientos: Meine Wochen in Bayern 22.10. - 4.11.2018

Nach zwei intensiven Sitzungswochen ging es Montag früh um 6 Uhr mit dem Zug nach Nürnberg zur Sitzung des Landesvorstands der bayerischen LINKEN. Die Nachbesprechung der Landtagswahl stand im Mittelpunkt, außerdem wurde aus dem Bundestag und der Arbeit der dortigen Landesgruppe berichtet. Selbstverständlich haben wir auch über den anstehenden Landesparteitag am 10. und 11. November gesprochen. Dort werde ich erneut für den Landesvorstand kandidieren und mich als Landesprecherin bewerben.

Feministisch kämpfen

Mit einem feministischen Frühstück begann mein Sonntagmorgen. Anna-Maria Dürr, die das Frühstück großartig organisiert hat, und ich machten den Aufschlag mit Inputs zu Marie Curie und Clara Zetkin. Mit ca. 25 Frauen diskutierten wir über vergessene feministische Kämpfe und Kämpferinnen und suchten nach den Spuren dieser Kämpfe heute.

Inspiriert von der Diskussion startete ich in die Woche in meinem Wahlkreis Würzburg. Montag habe ich mich mit einem Journalisten der Main Post für ein Hintergrund Gespräch getroffen.

„Ich bin so gerne links grün versifft“

Nach zwei Sitzungswochen und einem vollen Wochenende habe ich mir Dienstag einen Tag Ruhe gegönnt bevor es Mittwoch zur Kundgebung „Keine Kulturwüste in Niedersachsen“ ging. Als Reaktion auf den Haushaltsplanentwurf des Landes Niedersachsen hat sich ein Bündnis von Theaterschaffenden gegründet, das diese Kundgebung veranstaltet hat. Ich unterstütze den Kampf um mehr Wertschätzung und Geld für die Theaterlandschaft und ein grundsätzliches Umdenken der Kulturpolitik. Hier geht es zu meiner Rede (Video).

Die restlichen Tage der Woche habe ich für Gespräche und Treffen mit Bürger*innen in meinem Wahlkreis genutzt, angefallenen Papierkram abgearbeitet und mich durch mein Mailfach gelesen.

Sie hinterließen ein Foto und Rauch.

Am Sonntag nahm ich an der Veranstaltung "75 Jahre Auschwitz-Gedenktag" teil. Statt eines Grußworts habe ich das Gedicht zur Befreiung Auschwitz' von Leander Sukov vorgetragen.

Und Tana Berghausen
wurde erschlagen vor den Augen
auch ihrer Eltern im Viehwagon
in Auschwitz-Birkenau.
Da war sie ein Jahr alt.
Ruben Baer aber
erstickte als sich die
Blausäuere des Zykon-B
in sein Blut legte
Da war er fünf Jahre alt.

Und Alma Rosé strich über die
Saiten ihrer Violine im
Mädchenchorchester von Auschwitz,
wie eine streicht voll Angst
über das Anlitz ihrer Peiniger.
Ruth Rewald aber
mag gesprochen haben zu Janko,
dem Jungen aus Mexico,
als das Gift aus der Dessauer Zuckerfabrik
ihr den Atem nahm.
///
Und Sidonie Adlersburg mag
geschrien haben nach ihren
beiden Müttern und dem Vater
als sie ins Gas ging in Auschwitz.
Da war sie zehn Jahre alt.

Und die vierzig Kinder aus der
Sankt Josephpflege
missbraucht schon im Heim
aus allen Heimen in die Wolken
gestiegen in Ausschwitz bis auf vier.
Sie hinterließen ein Foto und Rauch.
///
Und Anne Frank hinterließ
ein Tagebuch, und sie starb
nur Tage bevor befreit wurde das Lager
Bergen-Belsen.
Hanna Brady aber
ließ einen Koffer zurück bei den
Lebenden, als die Mörder sie ins Gas stießen.
Da war sie Dreizehn.

Und mit ihnen sechs Millionen
und mit sechs Millionen
fünfzig Millionen
vom Hafen des Lebens in
das Meer des Todes.

Ach Esther Bejarano sing uns
die Lieder.
Ach Tadeusz Borowski schreib auf
das Grauen.
Ach, Soldaten der
322. Infanteriedivision
der I. Ukrainischen Front
Euch danken Siebentausendzweihundert
und wir, denen Zahl mehr ist als Nummer.
Grüsst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin;
haltet die Gewehre bereit.

Leander Sukov

Woche zwei

Von München aus ging es Montag früh nach Berlin zum Festakt 20 Jahre Beauftragte der Bundesregierung von Kultur und Medien (BKM). Die Einrichtung eines Beauftragten der BKM vor 20 Jahren sollte ein wichtiges Signal senden: Die Bundesregierung lässt die Länder nicht im Stich und übernimmt Verantwortung für Kultur- und Medienpolitik, so hieß die Botschaft. Einen ausführlichen Kommentar zur Arbeit der BKM habe ich in dieser Publikation veröffentlicht: https://www.kulturrat.de/publikationen/wachgekuesst/

Dienstagabend konnte ich mich intensiv mit meinen Genoss*innen in Würzburg austauschen. Zunächst bei der Wahlnachlese im Büro der LINKEN und anschließend beim LINKEN Stammtisch in Würzburg. Die restliche Woche verbringe ich in Würzburg. Ich spreche mit Bürger*innen und arbeite mit meinem Wahlkreismitarbeiter Dominik an kommunalen Initiativen. Ein paar Stunden werde ich auch nutzen um mich auszuruhen und Energie für die anstehende Sitzungswoche zu sammeln und mich inhaltlich darauf vorzubereiten. Ausklingen möchte ich die Woche mit einer Vorführung der Doku "Wackersdorf" und Diskussion mit ehemaligen Beteiligten in der Kanzlei Baumann Rechtsanwälte.


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