Mitgliederrundbrief zum Jahresausklang 2020

 

Liebe Genoss:innen und Genossen,
liebe Freund:innen und Freunde,

ein ungewöhnliches und turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu. So manch eine:r von uns freut sich sicherlich, dieses von Corona geprägte Jahr hinter sich zu lassen und hofft auf bessere Zeiten.

Begonnen haben wir das Jahr mit einem engagierten Kommunalwahlkampf, in dem wir unsere Mandate in Bayern vervierfachen konnten! In vielen Kommunen sind wir jetzt als Einzelkämpfer:innen, mit kleinen Fraktionen oder in Ausschussgemeinschaften vertreten. Das dürfen wir zurecht als Erfolg verbuchen. Ohne euren Einsatz wäre ein solches Resultat nicht möglich gewesen. Vielen Dank euch! Unsere Mandatsträger:innen leisten nun vor Ort die wertvolle Arbeit, unsere Ideen für eine gerechtere Gesellschaft in die Kommunalparlamente zu tragen und damit vor Ort zu zeigen, dass es andere und gerechtere Wege gibt, Gesellschaft zu gestalten. Dieser - im tiefschwarzen Bayern nicht immer leichten und mitunter sehr herausfordernden - Aufgabe gilt unser Respekt!

Dass eine gerechtere Gesellschaft dringender notwendig ist denn je, zeigt uns die Corona-Krise: Während die Reichen immer reicher werden, verlieren gerade diejenigen weiterhin, die auch vor der Krise schon in prekären Verhältnissen leben und arbeiten mussten. Die Beschäftigten im Einzelhandel und im Gesundheitssektor wurden zwar beklatscht, für mehr Geld oder bessere Arbeitsbedingungen wurde jedoch nicht gesorgt. Während viele Firmen Kurzarbeit anordnen, werden weiterhin fleißig Dividenden an Aktionär:innen ausbezahlt. Die Frauen, die aufgrund unzähliger Stunden unbezahlter oder schlecht bezahlter Care-Arbeit schon immer das gebeugte Rückgrat der kapitalistischen Wertschöpfungskette waren, sind auch jetzt wieder diejenigen, die im familiären Bereich, in der Pflege oder im Einzelhandel den Großteil der krisenbedingten Mehrbelastung schultern. Von denjenigen, die grundsätzlich und insbesondere in Krisenzeiten auf Hilfe angewiesen sind, ganz zu schweigen: Im Flüchtlingscamp auf Lesbos sowie in den Sammelunterkünften oder auf den Straßen hierzulande kommt wenig an, bei denen, die eine solidarische Gesellschaft am dringendsten brauchen. Und während die Regierenden für die Aufrechterhaltung der Wirtschaft alle Hebel in Bewegung setzen und dadurch Menschen in großer Anzahl zusammen in Fabrikhallen schuften müssen, wird das Privatleben unter Sanktionsandrohungen stillgelegt.
Die Krise offenbart noch deutlicher, was eigentlich vorher schon klar war: Profit geht vor Leben in unserem kapitalistischen System.

Die erschwerten Bedingungen haben uns in diesem Jahr jedoch nicht davon abgehalten, zusammen mit den ausgebeuteten Pflegekräften, mit entlassenen Beschäftigten aus der Metallindustrie, mit den Geflüchteten, mit den plötzlich arbeitslosen Kulturschaffenden und mit vielen Bewegungen Seite an Seite den Protest zu organisieren und auf die Straße zu gehen, gegen ein System, das Ausgrenzung und Ausbeutung in seiner DNA trägt. In Online-Veranstaltungen und im Sommer in Präsenz haben wir uns zu den verschiedensten Themen weitergebildet und theoretische Grundsteine für eine Praxis der verbindenden Klassenpolitik gelegt. Und  auch in den Parlamenten aller Ebenen haben wir für Verbesserungen für die Vielen gekämpft. Selbst auf einen Landesparteitag und die Wahl eines neuen Landesvorstands unter Pandemie-Bedingungen können wir zurückschauen. Auf das Erreichte dürfen wir daher stolz sein und möchten uns auch an dieser Stelle bei allen bedanken, die an den verschiedensten Stellen mitorganisiert, -gearbeitet und demonstriert sowie uns unterstützt haben!

Für das kommende Jahr wünschen wir uns, mit möglichst viel Schwung und neuen Kräften, die Erkenntnisse aus dem vergangenen Jahr mitzunehmen und mit vereinten Kräften weiterhin als die treibende Kraft für eine Gesellschaft zu streiten, die den Menschen im solidarischen Miteinander in den Vordergrund stellt und nicht den Profit! Lasst uns diejenigen organisieren, die unter den Corona-Bedingungen zu leiden haben: Sprich deine Freund:innen und Bekannten an, die geschwächt aus der Krise rauskommen, die das Unrecht nicht mehr ertragen können. Nur gemeinsam können wir das verändern. Gerade im Bundestagswahljahr werden viele politisch aktiv. Da ist es Zeit, die Menschen für die gute Sache zu gewinnen und uns die Stimme zu geben, oder noch besser: sich per Mitgliedschaft an uns zu binden.

Dir wünschen wir frohe Festtage und, dass du gut und gesund ins neue Jahr 2021 kommst! Wir freuen uns, dich bald entweder online oder in Präsenz zu sehen und laden dich ein, wieder mitzumachen!

Herzlichst

Ates und Kathrin

 
 

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