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A4 Für eine flächendeckende, wohnortnahe und sichere Geburtshilfe – insbesondere im ländlichen Raum

gen.

Diese Entwicklung ist alarmierend. Geburtshilfe ist Teil der Daseinsvorsorge – sie darf nicht an wirtschaftlichen Kriterien scheitern.

In Bayern sind zahlreiche Geburtsstationen bereits geschlossen oder von Schließung bedroht.

Geburten sind keine planbaren Routineeingriffe. Sie sind individuell, komplex und potenziell lebensgefährlich – für Schwangere und Kind. Eine sichere Geburtshilfe braucht daher Zeit, Personal, Ausstattung und kurze Wege.

Das derzeitige DRG-System benachteiligt personalintensive, nicht planbare Bereiche wie die Geburtshilfe. Die notwendigen Vorhaltekosten – baulich, apparativ, personell – werden nicht abgebildet. Das macht eine wirtschaftlich tragfähige Geburtshilfe insbesondere in kleinen Häusern unmöglich.

Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz verschärft sich die Lage weiter. Neue Vorgaben wie höhere Belegarztdichte sind für kleinere Kliniken kaum umsetzbar. Geburtshilfeeinrichtungen mit geringer Fallzahl, aber hoher regionaler Relevanz, geraten so zusätzlich unter Druck. Es droht eine weitere Ausdünnung der Versorgung – mit fatalen Folgen.

Besonders kritisch ist:

  • In vielen Kliniken fehlt die unmittelbare pädiatrische Versorgung. Auf jede zweite Geburtshilfe kommt nur eine pädiatrische Abteilung.
  • In hebammengeleiteten Einrichtungen fehlt oft fachärztliche Präsenz – obwohl bei jeder zweiten Geburt ein Eingreifen ärztlicher Geburtshelfender notwendig wird.
  • Für Menschen ohne Auto oder mit eingeschränkter Mobilität wird die Anreise zur Geburt unzumutbar - mit sozialen und gesundheitlichen gar lebensbedrohlichen Risiken.

Daher fordern wir als LINKE:

  1. Gesundheit vor Profit! Geburtshilfe ist Daseinsvorsorge – sie muss solidarisch und gemeinwohlorientiert finanziert werden.
  2. Erhalt und Ausbau geburtshilflicher Versorgung im ländlichen Raum – unabhängig von Fallzahlen.
  3. Verbindliche Mindeststandards für Geburtsstationen, insbesondere bei der Erreichbarkeit und personellen Ausstattung.
  4. Dauerhafte finanzielle Förderung von Geburtshilfeeinrichtungen – über reine Investitionshilfen hinaus
  5. Einrichtung hebammengeleiteter Kreißsäle in bestehenden Kliniken – mit gesicherter ärztlicher Rückfallebene.
  6. Wahlfreiheit für Schwangere: Jede schwangere Person muss selbst entscheiden können, ob sie in einer großen zentralen Klinik oder in einem kleinen, wohnortnahen Krankenhaus entbindet.
  7. Verantwortungsübernahme durch Bund und Länder: Geburtshilfe darf nicht den Marktmechanismen überlassen werden.
  8. Ein Sicherstellungsgremium, in dem Länder, Kommunen, Leistungserbringende, Kostenträger und Patientenvertretungen gemeinsam die Versorgung planen und sichern.

Wir kämpfen für eine menschliche, flächendeckende und sichere Geburtshilfe für alle –

besonders in Regionen, in denen der Zugang bereits heute gefährdet ist.

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