L1 Vor Ort für Gerechtigkeit - gegen Rechtsruck und Oligarchie
Wir erleben die soziale Krise Tag für Tag: Zu hohe Mieten. Zu niedrige Löhne. Zu
teure Lebensmittel und Strompreise. Zu wenige öffentliche Verkehrsmittel. Wir sind
erschöpft vom Alltag im Kapitalismus. Zu viele von uns kommen nicht über die Runden,
obwohl sie sich jeden Tag krumm legen.
Gleichzeitig rückt die politische Debatte immer weiter nach rechts. Mit der Regierung
Trump hat in den USA ein rasanter Rechtsruck in der Wirtschaft stattgefunden. Auch in
Deutschland zeichnet sich unter Kanzler Merz mit seinen Blackrock-Seilschaften ein
vehementer Rollback ab. Diese Entwicklungen sind keine Zufälle, sondern die
Auswirkungen einer tief verankerten Zweiklassengesellschaft, in der eine kleine
Minderheit – unsere Oligarch*innen – mehr Einfluss haben als wir alle zusammen.
Uns wird eine faire demokratische Beteiligung versprochen, doch wenn jede Wahl
trotzdem zur Folge hat, dass die soziale Krise sich verschärft, steigt das Gefühl der
Machtlosigkeit. Die Wahlgleichheit auf dem Papier wird zur Farce, wenn in der
Realität eine kleine Minderheit über die wichtigen politischen Entscheidungen
bestimmt. Die anderen Parteien tun nichts gegen diese Schieflage – im Gegenteil: Sie
feuern sie mit an. Persönliche Beziehungen, Lobbyismus und Korruption bestimmen ihr
Handeln und sorgen dafür, dass sie im Interesse der Oligarch*innen entscheiden,
sofern sie nicht selbst zu ihnen gehören.
Gleichzeitig versuchen sie, die Menschen mit Kulturkämpfen zu spalten und
handlungsunfähig zu machen, stärken autoritäre Mechanismen und nutzen die Angst vor
dem Krieg, um ein massives Aufrüstungsprogramm umzusetzen – alles auf Kosten des
Sozialen.
Allen voran die AfD: Sie inszeniert sich gerne als „Kümmererpartei“, hat aber nur die
Interessen der Reichsten im Blick, was auch an ihren Steuerkonzepten oder ihrer
Unterstützung der massiven Militarisierung zu sehen ist.
Wir stehen als Einzige Partei an der Seite der lohnabhängig Beschäftigten – unserer
Klasse – und zwar auf Augenhöhe und ohne Stellvertreterpolitik zu betreiben. Wir
nehmen keine Unternehmensspenden an und decken die Korruption der anderen auf. Wir
organisieren gemeinsam mit den Menschen Widerstand, statt über ihre Köpfe hinweg zu
entscheiden.
Wir lassen uns nicht spalten: Um dem Rechtsruck erfolgreich etwas entgegenzusetzen,
müssen wir auch in Bayern gemeinsam den oligarchischen Strukturen den Kampf ansagen.
Mit einer starken Linken in den kommunalen Räten stellen wir uns dieser Aufgabe.
Vorrang für sozialen Wohnungsbau
Der großflächige Besitz von Boden und Wohnraum verschafft nicht nur eine lukrative
Einnahmequelle über die Ausbeutung der Mieter*innen, sondern garantiert auch
politischen Einfluss in der Kommune. Durch die Privatisierung des Wohnungsmarktes
haben die anderen Parteien in den kommunalen Räten im Interesse der Oligarchie
gehandelt und diesen Einfluss weiter gestärkt. Wir stellen uns dem entgegen. Kein
Bauausschuss wird tagen, ohne dass wir die Miet- und Bodenfrage zum Thema machen:
- Boden gehört in öffentliche Hand. Kein Verkauf an profitgetriebene
Investor*innen und lokale Baulöwen oder Großgrundbesitzer*innen. Kommunale
Wohnungsbaugesellschaften, genossenschaftliches Wohnen und Mietshäuser-Syndikate
werden wir stärken. - Baurecht gibt es nur mit sozialem Wohnraum. Wer bauen will, muss sicherstellen,
dass es bezahlbare Mieten gibt. Jede vierte neue Wohnung muss eine Sozialwohnung
sein. Kein Baurecht für lokale Miethaie. - Leerstand wird erfasst, besteuert – und wenn nötig enteignet. Wer Wohnraum
absichtlich leer stehen lässt, während andere Menschen auf der Straße schlafen
müssen, muss zur Rechenschaft gezogen werden.
Wir kämpfen gemeinsam mit den Mieter*innen gegen Mieterhöhungen, helfen bei
fehlerhaften Abrechnungen und bei drohenden Räumungen. Faire Miete statt fette
Rendite!
Löhne zum Leben – die Kommune als Vorbild
Große private Unternehmen können als Anbieter*innen für Arbeitsplätze einen großen
Druck auf Politiker*innen ausüben und stecken oftmals viele Ressourcen in Lobbyismus.
Dadurch können sie schlechte Löhne zahlen, Tarifverträge untergraben und Schutzrechte
der Arbeiter*innen aushöhlen. Zudem sind sie in der Regel patriarchal geführt und
legen wenig Wert auf Gleichstellung. Als Arbeit- und Auftraggeber*innen vor Ort haben
wir in den Kommunen die Möglichkeit, dem einen Riegel vorzuschieben. Wir legen uns
mit den lokalen Oligarch*innen und Ausbeuter*innen an und stärken die
Selbstbestimmung unserer Klasse:
- Keine Aufträge an ortsbekannte Ausbeuter.*innen. Mit Vergabesatzungen und
Tariftreueklauseln beenden wir Hinterzimmerdeals und Korruption. - Wir fordern einen kommunalen Mindestlohn, deutlich über dem gesetzlichen. Wer
für die Gemeinschaft arbeitet, soll gut leben und nicht nur überleben können. - Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit. FLINTA*s werden nach wie vor
schlechter bezahlt und weniger befördert – und das, obwohl in der öffentlichen
Verwaltung viel mehr Frauen als cis-Männer arbeiten. Das wollen wir ändern. - In unseren Kommunen und ihren Tochterunternehmen lehnen wir sachgrundlose sowie
Kettenbefristung ab. Möglichkeiten zur Schlechterstellung kommunaler
Beschäftigter auch bei Befristungen mit Sachgrund sollen nicht angewandt werden.
Gerechte Bildung – gleiche Chancen für jedes Kind
Die Zweiklassengesellschaft zeigt bereits in den frühen Jahren des Lebens ihre
Wirkung: KiTa-Gebühren, Büchergeld, Klassenfahrten und Mittagessen nehmen abhängig
vom Geldbeutel der Eltern Kindern Bildungs- und Teilhabechancen weg. Gleichzeitig
lernen die Kinder der Oligarch*innen an Privatschulen ihre zukünftige
Politiker*innen-Freunde kennen, mit denen sie später Geschäfte machen werden. Wir
wollen eine echte Chancengleichheit für alle. Kommunen und Landkreise müssen
sicherstellen, dass alle Einrichtungen und Schulen gut ausgestattet werden und für
alle zugänglich sind.
- Wir fordern: Kostenfreie Bildung von der KiTa bis zur Hochschule, mehr Personal,
kleinere Schulklassen und echte Bildungsgerechtigkeit statt einem Zwei-Klassen-
System.
Öffentlichen Nahverkehr sichern und ausbauen
Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche und politische
Beteiligung. Während Oligarch*innen problemlos zu jeder Lobby-Veranstaltung auf
dieser Welt fliegen können, ist es für viele in Bayern nicht ohne Weiteres möglich,
in die nächste Kommune zu fahren, um sich an einer Versammlung oder an einem Streik
zu beteiligen. Wir setzen auf einen starken, bezahlbaren und flächendeckenden
Nahverkehr, damit alle teilhaben können, bezahlbar und barrierefrei.
- Wir fordern: den Ausbau des ÖPNV, langfristige Finanzierung und Erhalt des
Deutschlandtickets und der Sozialtickets der Städte und Landkreise - bis der
ÖPNV schlussendlich kostenlos wird.
Solidarität statt Spaltung, gemeinsam gegen rechten Kulturkampf
Die anderen Parteien führen einen Kulturkampf, um im Interesse der Oligarch*innen und
der von ihnen finanzierten "Medien" unsere Klasse zu spalten und von der sozialen
Ungleichheit abzulenken. Wir stellen uns dem klar entgegen! Solidarität schweißt uns
zusammen und richtet den Blick auf die soziale Ungerechtigkeit.
- Wir kämpfen gegen Rassismus, Sexismus, Klassismus, Antifeminismus und autoritäre
Politik - für eine offene und solidarische Gesellschaft. - Ein besonderes Spannungsfeld sind im letzten Jahr die bayerischen CSDs gewesen,
speziell im ländlichen Raum. Wir wollen queeres Leben schützen und
Infrastrukturen erhalten und weiter ausbauen.
Öffentliche Institutionen für alle
Starke öffentliche Institutionen sind nicht im Interesse oligarchischer
Einflussnahme, denn private Unternehmen entziehen sich leichter der
gesellschaftlichen Kontrolle und werfen zudem gute Profite ab. Daher wurden mit Hilfe
der Politiker*innen der anderen Parteien über die letzten Jahrzehnte immer mehr
Institutionen kaputtgespart und privatisiert. Dieser Entwicklung und der jetzigen
Sparpolitik auf dem Rücken der Menschen stellen wir uns mit allen Beschäftigten im
öffentlichen Dienst klar entgegen.
- Wir fordern: Investitionen in den öffentlichen Dienst, gute Arbeitsbedingungen,
demokratische Kontrolle und konsequente Bekämpfung von Korruption und Willkür.
Wir gehen ins Gespräch
Mit Haustürgesprächen knüpfen wir an unsere Erfolge aus der Bundestagswahl an. Wir
kennen die Probleme der Menschen, weil wir mit ihnen reden, zuhören, helfen und viele
von uns selbst davon betroffen sind. Der Landesverband unterstützt die
Haustürgespräche, indem er bei der Materialerstellung in anderen Sprachen
Hilfestellung bietet. Mit diesen Erfahrungen ziehen wir in die kommunalen Räte und
gehen dort bis an die Grenzen des Möglichen. Wir kämpfen mit den Menschen für
konkrete Verbesserungen und machen darüber hinaus immer deutlich, wie die
Gesellschaft aussehen könnte, wenn die kapitalistischen Besitzverhältnisse überwunden
werden.
Dafür kandidieren wir als Team, als Bewegung – als Partei der sozialen Gerechtigkeit.
Fest verankert
Gewählt werden einige – die Politik gestalten wir alle gemeinsam. Schon jetzt leisten
wir viel, wir sind den Mächtigen unbequem und solidarisch vor Ort. Wir organisieren
Sozialsprechstunden, gehen an die Haustüren, tauschen Gutscheine für geflüchtete
Menschen und stellen uns rechten Kräften entschlossen entgegen.
Der 8. März ist nicht nur Wahltag, sondern auch Internationaler Frauentag. Als
feministische Partei kämpfen wir für eine Welt, die frei ist von patriarchalen
Strukturen, Ableismus, Queerfeindlichkeit und Unterdrückung aufgrund von
Geschlechtsidentität, Herkunft, sexueller Orientierung, Behinderung oder Klasse. Das
berücksichtigen wir bei der Inhaltsfindung.
Nach unserem Einzug werden die Gruppen vor Ort Hand in Hand mit den
Mandatsträger*innen zusammenarbeiten und die gemeinsam entwickelten Inhalte umsetzen.
Der Landesverband stellt Musteranträge und Hinweise zur Geschäftsordnung zur
Verfügung, fördert - wie auch für innerparteiliche Ämter - Kandidaturen von FLINTA,
migrantisierten Personen und andere in der Gesellschaft marginalisierten Gruppen und
unterstützt insbesondere deren Arbeit in den Räten. Als Mandatsträger*innen vernetzen
wir uns untereinander, bilden dezentrale Austauschmöglichkeiten und helfen uns
solidarisch. Und im Herbst 2026 organisieren wir eine große kommunalpolitische
Konferenz.
Mit einer starken Linken vor Ort kämpfen wir für Gerechtigkeit, gegen Rechtsruck und
Oligarchie. Gemeinsam können wir uns die Demokratie erkämpfen. Gemeinsam organisieren
wir die Hoffnung
